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Die NLP Ankertechnik

  

NLP - Ankertechnik

“Ich weiß einfach nicht, was über mich gekommen ist!” Kommen Ihnen diese Worte bekannt vor? Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass Ihre Reaktion auf eine Situation völlig überzogen war?

Normale Menschen wie Sie und ich reagieren ständig emotional. Manche dieser Gefühle sind großartig - Verliebtsein, Freude und Vergnügen. Andere sind nicht so toll - Liebeskummer, Trauer und Schmerz. Bei der Arbeit mit NLP sprechen wir immer wieder mit Menschen, die stöhnen und wünschten, ihre Kollegen ließen ihre Emotionen zu Hause. Daheim würden es eine Menge Leute lieber sehen, wenn ihre Partner ihren Arbeitsstress am Arbeitsplatz liegen lassen würden.

 

Sicher haben Sie schon einmal eine Situation miterlebt, in der jemandem unerwartet eine Sicherung durchgebrannt ist. Oft passiert dies bei einer - auf den ersten Blick - minimalen Provokation. Die meisten von uns können das Unbehagen und die Aufregung nachvollziehen, die solch ein Zustand mit sich bringt. Tatsächlich wird im NLP der Zustand zum Gegenstand von Untersuchungen, damit man sich jederzeit stärker dem augenblicklichen inneren Befinden bewusst wird.

 

In extremen Fällen können die Gefühle des Ausgeliefertseins und des Kontrollverlusts Menschen Angst einflößen. Sie können direkte Auswirkungen auf Ihre Karriere und Ihr soziales Leben haben.

Es wird Sie vielleicht freuen zu hören, dass mit dem stabilisierenden Einfluss des NLP - Instrumentariums Hilfe zur Selbstkontrolle naht - für Ihren Zustand zu jeder Zeit und für die Wirkung, die Sie auf andere Menschen haben. Und wenn Sie erst einmal herausgefunden haben, wie es funktioniert, ist’s einfach wunderbar!

 

Die NLP - Instrumente, die Ihnen dabei helfen sollen, positive innere Zustände zu erzeugen, werden Ankertechniken genannt. Im NLP definiert man einen Anker als externen Reiz, der einen bestimmten inneren Zustand oder eine innere Reaktion auslöst. Menschen setzen und reagieren eigentlich ständig auf Anker. Sie wissen, dass Sie bei Rot nicht fahren dürfen. Sie merken, dass bestimmte Nahrungsmittel bei Ihnen Heißhunger auslösen.

 

Warum Anker so hilfreich sind? Weil Sie durch das Erlernen des Ankerns all Ihre positiven und schwierigen Erfahrungen und Erinnerungen nehmen und damit herumspielen können, um in Zukunft noch findiger zu sein.

Die Idee des Ankerns im NLP ergab sich aus der Modellierung der Techniken des Hypnotherapeuten Milton Erickson. Erickson verwendete häufig so genannte cues als Auslöser, um Patienten zu helfen, ihren inneren Zustand auch außerhalb der therapeutischen Umgebung zu beeinflussen.

 

Menschen lernen Verhalten als Reaktion auf einen Reiz. Mit unglaublicher Verhaltensflexibilität verändern wir als Reaktion auf unsere Umgebung ständig unseren Zustand.

 

Einen Anker setzen und einen besonderen Zustand aufbauen

Unsere Erinnerungen werden zusammen mit Assoziationen unserer Sinne gespeichert. Gerüche sind besonders starke Anker für Momente und Ereignisse. So kann Sie beispielsweise der Geruch eines bestimmten Parfums zu Ihrer ersten Verabredung zurückführen, für die Sie sich extra in Rasierwasser “gebadet” hatten. Oder falls Sie sich jemals so richtig mit Whiskey betrunken haben, kann unter Umständen schon allein der Geruch dazu führen, dass Ihnen übel wird. Wir legen ständig positive und negative Anker an.

 

 

Wie wird nun im NLP ein Anker gesetzt?

NLP - Lehrer schlagen die verschiedensten Techniken vor. Ian McDermott und Ian Shircore beschreiben die folgende simple NLP - Technik, mit der Sie in drei Schritten die Kontrolle über Ihren inneren Zustand erlangen, indem Sie einen kreativen Anker setzen:

 

Werden Sie sich über den positiven Zustand klar, den Sie sich Idealerweise wünschen würden.

Ihr ersehnter Zustand kann beispielsweise wagemutig oder geistreich, energisch, vorausschauend, enthusiastisch sein. Versuchen Sie den Zustand klar und deutlich mit Ihren eigenen Worten zu beschreiben.

 

Erinnern Sie sich an eine bestimmte Gelegenheit, in der Sie sich in diesem Zustand befanden.

Sie suchen hier eine vergleichbare Erfahrung, es kann aber in einem völlig anderen Zusammenhang gewesen sein.

 

Durchleben Sie die Erfahrung so anschaulich wie möglich.

Lassen Sie sich voll auf die Erfahrung ein - die Bilder, Klänge, Gerüche, körperlichen Empfindungen und inneren Eindrücke.

 

Sobald Sie diese drei Schritte ausgeführt haben und sich im höchstmöglichen positiven Zustand befinden, ist der Moment gekommen, einen Anker zu setzen. Handbewegungen funktionieren sehr gut als physischer (kinästhetischer) Anker. Beobachten Sie einfach, was Ihre Hände tun, während Sie sich auf die Erfahrung einlassen, und behalten Sie eine bestimmte Bewegung - ballen Sie beispielsweise eine Faust oder bilden Sie mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis. Alternativ können Sie für einen auditiven Anker auf Geräusche achten. Diejenigen, die eine visuelle Präferenz haben, sollten nach einem Bild Ausschau halten, das den positiven Zustand symbolisiert.

 

Wenn Sie wieder einmal in den positiven Zustand zurück wollen, feuern Sie einfach den Anker als Stimulus für sich ab, um Ihren Zustand zu verändern.

 

Anker müssen

unverwechselbar sein - sich von alltäglichen Tätigkeiten, Geräuschen oder Bildern unterscheiden.

einzigartig sein - ganz allein für Sie.

intensiv sein - gesetzt, während Sie den Gipfel des Zustands absolut und anschaulich erfahren.

rechtzeitig sein - den richtigen Moment erwischen, um die Assoziation herzustellen.

gefestigt werden - wer rastet, der rostet; Ankern ist eine Fähigkeit, die sich durch ständiges Üben entwickelt.

 

Es kann leicht passieren, dass man einen negativen Anker setzt, wenn man nicht genau auf diese Weise plant. Nehmen wir beispielsweise die Situation, in der ein hochgradig gestresster Manager spät abends von der Arbeit nach Hause fährt und auf der ganzen Fahrt geschäftlich problematische Telefongespräche vom Handy aus führt. In dem Moment, als er durch die Haustür tritt, befinden sich seine negativen Gefühle bezüglich seiner Arbeit auf dem Höhepunkt. Was, wenn ihm in genau diesem Moment seine Frau einen Begrüßungskuss gibt? Es könnte passieren, dass er unbeabsichtigt den Kuss seiner Frau mit seinen beruflichen Sorgen verbindet. Genau so werden Anker gesetzt. Was geschieht dann? Seine Frau küsst ihn - er spürt Sorge in sich aufsteigen und weiß nicht, warum.

 

Schon allein der gesunde Menschenverstand verbietet das bewusste Setzen eines negativen Ankers. Wie lässt sich das also vermeiden? Der Schlüssel liegt in der Erkenntnis, was in Ihnen eine negative Reaktion auslöst und dass Sie die Wahl haben, wie Sie reagieren. Wenn Sie die Angewohnheit haben, in einer bestimmten Situation negativ zu reagieren, sind Sie, sobald Sie sich dessen bewusst sind, in der Lage zu entscheiden, ob das eine angemessene und hilfreiche Reaktion ist oder ob Sie lieber ein paar Veränderungen vornehmen sollten.

 

Von Twitmeyer zu Pawlow oder wie alles begann

Was der russische Psychologe Pawlow bei seinen berühmten Experimenten mit Hunden herausfand, war ein frühes Beispiel für das Ankern. Setze einen Stimulus ein - Futter - und erlange dadurch eine gleich bleibende Reaktion - Speichelfluss. Verbindet man den Klang einer Glocke - der konditionierte Stimulus - mit der Fütterung, wird der Hund bald lernen, auf die Glocke zu reagieren.

Pawlows weniger bekannter Kollege Twitmeyer untersuchte 1902 den menschlichen Kniereflex, noch bevor Pawlow den Speichelfluss bei Hunden erforschte. Twitmeyer regte den Kniereflex mit einem Hämmerchen an und bei jedem Schlag ertönte eine Glocke. Wie bei so vielen Entdeckungen in der Wissenschaft führte eine unbeabsichtigte Veränderung des Experiments zum Durchbruch. Eines Tages ließ er die Glocke erklingen, ohne mit dem Hämmerchen zu klopfen. Raten Sie mal, was passierte: Das Knie der Versuchsperson reagierte allein auf den Klang der Glocke.

Leider war Twitmeyer seiner Zeit zu weit voraus und die damalige Medizin hatte für Verhaltensforschung nur ein müdes Lächeln übrig. Nur kurze Zeit später - im Jahr 1904 - konnte Pawlow mit seinen Untersuchungen an Hunden die Aufmerksamkeit der Wissenschaft erregen, was ihm den Nobelpreis für Physiologie einbrachte.

 

Seit damals ist die Erforschung tierischer Verhaltensweisen immer systematischer und differenzierter geworden. Jeden Tag können wir neue Forschungsergebnisse über das Gehirn lesen und unser Wissen über die menschliche Intelligenz und das menschliche Verhalten erweitern.

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