Die NLP Metaprogramme
Von Siegfried | 27. November 2007 | Kategorie: NLP Basiswissen |
Untersuchungen von George Miller aus dem Jahre 1956 haben gezeigt, dass von den Millionen Informationen, die Ihre Sinne jede Sekunde bombardieren, das Bewusstsein jeweils nur zwischen fünf und neun Informationen verarbeiten kann. Das bedeutet, dass eine ungeheure Menge an Informationen ausgefiltert wird.
Metaprogramme gehören zu diesen unbewussten Filtern, die steuern, was Sie beachten, wie Sie die empfangenen Informationen verarbeiten und wie Sie sie dann kommunizieren.
Wenn Sie mit jemandem möglichst rasch Rapport aufbauen wollen und sich darauf vorbereiten können, sollten Sie sich vielleicht ähnlich kleiden, sich ähnlich benehmen oder zumindest ähnlich sprechen wie diese Person. Ich meine damit nicht, dass Sie diese Person nachäffen sollen, sondern vielmehr, dass Sie ihr Vokabular verwenden sollen. Wenn Sie auf die Metaprogramme anderer hören, haben Sie die Möglichkeit, die gleichen Worte und Formulierungen zu verwenden wie die Person, mit der Sie interagieren. Nachdem sich die Menschen größtenteils der Metaprogramme nicht bewusst sind, wird durch Angleichen der Metaprogramme dem, was sie sagen, eine weitere Dimension hinzugefügt. Es erfolgt zusätzlich zur Kommunikation mit dem Bewussten der Person noch die Kommunikation mit dem Unbewussten.
Es gibt eine Vielzahl an Metaprogrammen. Als Beispiele möchte ich zwei der wichtigsten, falls dieser Terminus, in diesem Zusammenhang, überhaupt zulässig ist, anführen.
Proaktiv/Reaktiv
Wenn Sie dazu tendieren, in Aktion zu treten und die Dinge in Gang zu bringen, dann bewegen Sie sich auf der proaktiven Seite der Skala. Falls Sie jedoch eher dazu neigen abzuwarten, bis irgendetwas passiert, sind Sie wahrscheinlich eher reaktiv. Hier einige weitere Erläuterungen dazu:
Proaktiv: Wenn Sie proaktiv sind, übernehmen Sie Verantwortung und haben Durchsetzungsvermögen. Sie haben die Fähigkeit, Lösungen für Situationen zu finden, in denen ständige Alarmbereitschaft gefordert ist. Sie fühlen sich wahrscheinlich zu Berufen im Verkaufssektor hingezogen oder arbeiten selbstständig. Es kommt vor, dass sich - vor allem reaktive - Menschen über Sie aufregen und Sie mit einem Bulldozer vergleichen.
Reaktiv: Wenn Sie eher reaktiv sind, sind Sie unter Umständen ziemlich fatalistisch. Sie warten darauf, dass andere die Führung übernehmen, oder treten erst dann in Aktion, wenn Sie meinen, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Sie müssen eventuell darauf achten, sich nicht selbst zu behindern.
Eine proaktive Person verwendet Formulierungen wie “Mach es einfach”, “in den Griff bekommen”, “ins Rollen bringen” etc.
Die folgenden Formulierungen werden Sie eher von reaktiven Personen zu hören bekommen: “noch mal überdenken”, “sich Zeit nehmen”, “die Daten untersuchen”, “das Für und Wider abwägen”, “lieber zweimal hinschauen”.
Hin zu/Weg von
Menschen investieren Zeit, Energie und Ressourcen, um sich entweder zu etwas hin- oder von etwas wegzubewegen, das sie anziehend oder abstoßend finden. Dieses Etwas besteht aus den Werten, die sie für die Entscheidung einsetzen, ob eine Handlung gut oder schlecht ist.
Können Sie sich daran erinnern, als Sie das letzte Mal einen neuen Fitnessplan oder eine neue Diät angefangen haben? Waren Sie Feuer und Flamme und konnten es nicht erwarten, endlich loszulegen? Dementsprechend haben Sie unglaubliche Fortschritte gemacht. Ihr Gewicht begann sich zu reduzieren. Sie fühlten sich wegen der Übungen wesentlich besser. Plötzlich verloren Sie jedoch den Antrieb, das Gewicht ging nicht weiter herunter oder - was noch schlimmer ist - wieder nach oben. Ihre Besuche im Fitnessstudio wurden immer seltener. Als alles den Bach runterzugehen drohte, entzündete sich das Feuer in Ihnen wieder, bis … Sie waren auf einer Achterbahnfahrt zwischen Motiviertheit und Zielverlust gefangen. “Was ist passiert?”, fragen Sie sich verzweifelt. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie, was Ihre Gesundheit anbetrifft, nach einem Weg-von-Programm vorgehen. Das bedeutet, dass Ihre Handlungen davon motiviert werden, von irgendetwas wegzukommen - in diesem Fall wäre das vielleicht Übergewicht oder Lethargie.
Wenn Sie andererseits in einem bestimmten Zusammenhang auf ein Ziel hinarbeiten und dieses unterwegs auch nicht aus den Augen verlieren, gehen Sie nach einem Hin-zu-Metaprogramm vor.
Normalerweise bewegen Sie sich entweder auf irgendetwas zu oder von etwas weg. Siegmund Freud zufolge bewegt sich Ihr Es, das das instinktive Verlangen (= Triebe) repräsentiert, entweder auf Freude zu oder von Schmerz weg.
Menschen, die eher zum Hin-zu-Metaprogramm tendieren, verwenden Wörter wie “erreichen”, “bekommen”, “erzielen”, “haben”, “leisten”, “gewinnen”, “vollbringen” und “erfassen”.
Menschen, die eher aus einem Weg-von-Metaprogramm heraus vorgehen, verwenden oft Wörter wie “vermeiden”, “zurücknehmen”, “vorbeugen”, “loswerden” und “Lösung”.
Wichtig!
Behalten Sie bei der Beschäftigung mit Metaprogrammen bitte Folgendes im Hinterkopf:
Metaprogramme stellen keine Entweder-oder-Option dar, sondern bewegen sich entlang einer variablen Skala, die sich von einer Präferenz zur anderen erstreckt.
Metaprogramme sind nicht dazu da, andere Personen in Schubladen einzuordnen. Vielmehr sind sie ein weiteres, unverzichtbares Werkzeug aus dem NLP Werkzeugkoffer, das es uns ermöglicht unser Gegenüber besser zu verstehen und somit besser auf es eingehen zu können.
Wer sich intensiver mit NLP und den NLP Metaprogrammen auseinandersetzen möchte, dem möchte ich folgende Bücher ans Herz legen:
NLP - das Workbook. Für NLP-Einsteiger und NLP-Trainer
Neurolinguistisches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung

